Gisela Drégelyi zu Gast

Gisela Drégelyi (Bildmitte) mit Gratulanten

von links: Monika Maier (Bezirksrätin), Stefan Eichmüller (Krankenhausdirektor), Gisela Drégelyi, Marton Drégelyi, Martina Hammerl (Bezirksrätin)

Gisela Drégelyi, langjähriges Mitglied im Vorstand des Bayerischen Landesverbandes Angehöriger Psychisch Kranker, wurde kürzlich mit der "Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" geehrt. Im Namen des Bezirkstagspräsidenten gratulierten ihr dazu die beiden Bezirksrätinnen Martina Hammerl und Monika Maier. "Sie haben diese Auszeichnung für ihr langjähriges und unermüdliches Engagement mehr als verdient", sagte Martina Hammerl.

Gisela Drégelyi leitet seit vielen Jahren die Angehörigengruppe psychisch Kranker, die sich im Bezirkskrankenhaus Landshut trifft. Drégelyi: "Die Zusammenarbeit von Bezirkskrankenhaus Landshut und Angehörigenvertretern ist wirklich vorbildlich. Hier haben wir Ansprechpartner auf allen Ebenen, die erreichbar sind und ein offenes Ohr für unsere Anliegen haben."

In der Region und darüber hinaus ist sie bei Fachleuten wie Betroffenen als ebenso warmherzige wie hartnäckige Vertreterin der Anliegen von Angehörigen und verlässliche Anlaufstelle für Fragen zu psychischer Erkrankung bekannt. Stefan Eichmüller bedankte sich bei Frau Drégelyi für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit. Er drückte seinen Wunsch aus, dass die Angehörigenarbeit, die momentan wegen der Pandemie unter erschwerten Bedingungen stattfindet, bald wieder in gewohnten Rahmenbedingungen laufen kann. Im Gespräch stellte er zudem den aktuellen Stand des neuen niederbayerischen Psychiatrischen Krisendienstes dar, für den zur Zeit im Bezirkskrankenhaus Landshut die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Leitstelle soll im ersten Quartal 2021 ihren Dienst aufnehmen. Sobald der genaue Eröffnungstermin feststehe, werde dieser natürlich öffentlich kommuniziert. Diese telefonisch erreichbare Leitstelle und ihre Ergänzung, die mobilen aufsuchenden Krisenteams, sollen Betroffene und Angehörige nachhaltig entlasten. Erfreulich sei, dass nun die letzten Finanzierungsfragen mit dem Freistaat und dem Bezirk geklärt seien. Ziel sei eine 24/7-Erreichbarkeit des Krisendienstes. Über eine bayernweit einheitliche und kostenfreie 0800er Telefonnummer werde es dann möglich sein, den Dienst in psychiatrischen Krisen zu Rate zu ziehen. Drégelyi: "Meiner Erfahrung nach ist oft schon ein Hilfe-Gespräch mit einem Fachmann oder einer Fachfrau ausreichend, damit Betroffene die akute Krise durchstehen können." Und Eichmüller ergänzte, dass mit dem niedrigschwelligen Angebot auch die Hoffnung verbunden sei, Notfallaufnahmen und stationäre Aufenthalte zu vermeiden.

Am lebhaften Austausch der Anwesenden nahm auch Marton Drégelyi, Sohn der Geehrten und Psychiatrie-Erfahrener, teil. Er stellte das Konzept Ex-In ("experienced involvement") vor, bei dem Psychiatrie-Erfahrene als Genesungsbegleiter an der Behandlung von Patienten beteiligt werden. Es entstand in den 80er Jahren in Großbritannien und den Niederlanden und wird in Deutschland als Ausbildung angeboten. Im Mittelpunkt steht dabei, dass Psychiatrie-Erfahrene ihre Erfahrungen reflektieren und strukturieren. Ihr so gewonnenes Wissen stellen sie anderen Menschen, die sich in aktuellen psychiatrischen Krisen befinden, zur Verfügung. Eichmüller gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser nicht nur für Niederbayern noch ungewöhnliche Ansatz zukünftig in psychiatrischen Versorgungsangeboten und komplementären Diensten auf mehr Interesse stößt und Berücksichtigung findet.

Das nächste Treffen der "Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker" findet am Mo, 09.11.2020 um 18.30 Uhr im "Haus der Begegnung" in der Bernsteinstraße 72 in 84032 Altdorf statt.

16.10.2020

Kontakt

Dieter Schmid-Hermann, Öffentlichkeitsarbeit

Dieter Schmid-Hermann
Öffentlichkeitsarbeit

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